Sonntag, 12. November 2017

Eine kreative Auszeit (Samstagskaffee #106)

Dieser Samstag ist ein richtig herbstlicher Novembertag. Draußen ist es grau, kalt, nass und ungemütlich. Genau das perfekte Wetter für mich, denn so lockt mich heute nichts nach draußen. Gestern Abend startete unser "Kreativwochenende" im Westerwald. Ich habe mich zusammen mit meiner Schwägerin und zwei Freundinnen angemeldet. Unsere Jüngste ist natürlich auch mit dabei. Ein ganzes Wochenende lang einfach nur ganz viel Zeit zum häkeln, stricken, weben, sticken - klingt das nicht wunderbar? 
In dem alten Fachwerkhaus, in dem wir untergebracht sind, haben wir es uns in einem der Aufenthaltsräume gemütlich gemacht. Die Krabbeldecke liegt in der Mitte und die kleine Maus ist damit sehr zufrieden. Um das Essen müssen wir uns nicht kümmern, auch das übernimmt Cordula von "hand herz seele", die dieses Wochenende organisiert, für uns. Ich habe mir für dieses Wochenende vorgenommen, endlich mal an einer gehäkelten Decke für unseren Sonntagsjungen weiterzukommen, die schon seit geraumer Zeit ein unfertiges Dasein fristet. Ob ich es rechtzeitig zu Weihnachten schaffe? Meinen Samstagskaffee in dem Selbstversorgerhaus gibt es heute auch schon aus einer Tasse, die ursprünglich mal bei einem Weihnachtsmarkt im Einsatz war. Kombiniert mit der passenden Schokolade, dem Wetter und dem Programm, wird mir so langsam durchaus schon etwas adventlich zumute. Und euch? 

(Verlinkt bei Andreas Samstagsplausch.)

Dienstag, 7. November 2017

Gehäkelt: Regenbogen-Rock

Am kommenden Wochenende gönne ich mir etwas besonderes: Ein ganzes Wochenende Zeit für Kreatives! Zusammen mit ein paar Freundinnen habe ich mich für ein "Kreativ Retreat" im Westerwald angemeldet, organisiert von "hand herz seele". Auf meiner to-do-Liste dafür stand eigentlich auch, dieses Regenbogen-Ensemble, bestehend aus Rock und Shirt mit Applikation, endlich fertigzustellen. Tja, jetzt bin ich doch schon ein paar Tage früher fertig geworden und die Teile sind schon per Post unterwegs zu einem kleinen Mädchen, das sich hoffentlich an den bunten Farben erfreut. Mir haben die Farben jedenfalls beim Häkeln schon richtig Spaß gemacht. Und welches Projekt nehme ich mir jetzt am Freitag mit...?



Wolle: Scheepjes Sunkissed
Anleitung: Simply Häkeln 05/2017
Verlinkt bei: liebste Maschen, HäkelLine, Creadienstag, Dienstagsdinge und Handmade on Tuesday.
PS: Wenn ihr mögt, folgt mir doch bei Facebook









Samstag, 4. November 2017

Mit der MS Günther unterwegs (Samstagskaffee #105)

Vor zwei Jahren gewann Leon Windscheid aus Münster bei "Wer wird Millionär?" eine Million Euro. Er gab bereits in der Sendung an, von dem Gewinn ein Schiff kaufen und nach dem Moderator der Sendung nennen zu wollen. Vor einem Jahr kam Günther Jauch zur Schiffstaufe in seine Geburtsstadt Münster. Seitdem ist die MS Günther als Kultur- und Eventboot in Münster ziemlich erfolgreich unterwegs. 
In dieser Woche sind wir mal mitgefahren. Ich hatte dem Liebsten zum Geburtstag einen Familienausflug auf den Dortmund-Ems-Kanal geschenkt. Wir starteten gegen 13 Uhr im Hafen, von wo aus die Fahrt durch die Schleuse Richtung Norden ging. bis zur Kanalüberquerung der Ems bei der Alten Fahrt Fuestrup. Auch auf dem Rückweg ging es nochmal durch die Schleuse. 6,20 Meter Höhenunterschied waren jeweils zu überwinden. Das Wetter war anfangs noch sehr herbstlich grau in grau. Auf dem Rückweg kam aber sogar noch etwas die Sonne raus. Die Kinder genossen es, aus dem Fenster zu schauen oder mit nach draußen auf das offene Deck zu kommen. Zwischendurch schauten sie immer mal wieder in der Kapitänskajüte vorbei, wo fast immer zwei bis drei Kinder neben dem großen Steuerrad Platz fanden und der Mannschaft über die Schulter schauen konnten. Das Baby schlief überwiegend entspannt an meinem Bauch oder in den Armen seines Vaters. Für kleine wie große Passagiere waren die Schleusendurchfahrten und die Begegnungen mit anderen Schiffen besonders spannend. Ungefähr um 17 Uhr waren wir zurück. Ein richtig schöner, entschleunigter Nachmittag und ein gelungener Ausflug.








Was woanders in dieser Woche so anstand, schau ich mir gleich in der Samstagsplausch-Runde an. Genießt das Wochenende!

Dienstag, 31. Oktober 2017

Gehäkelt: Babyjacke im Strick-Style

Wie angenehm dieses lange Wochenende doch ist. Den gestrigen Brückentag hatten wir frei genommen, jetzt ist schon Dienstag und es ist immer noch frei! Heute haben wir nicht viel vor. Am Nachmittag werden wir ein kleines, nachträgliches Kaffeetrinken anlässlich des Geburtstags des Liebsten mit der Familie veranstalten und ansonsten wurschtelt hier gerade jeder so ein wenig vor sich hin. Das Baby spielt auf der Krabbeldecke, der Liebste holt nach einer Feier gestern Abend noch etwas Schlaf nach, die größeren Kinder haben hinter dem Sofa eine Weihnachtswerkstatt eingerichtet, malen, basteln, kleben und brauchen dazu gerade ganz viel Geschenkpapier. Während es hinter mir also schon vielversprechend raschelt, bemühe ich mich auf dem Sofa, mich nicht umzudrehen und mal ein wenig hier den Blog zu füttern. Heute auf dem Speiseplan: Eine kleine Häkeljacke. Die ist zugegebenermaßen schon etwas länger fertig, die Bilder gibt es aber erst heute. Die Anleitung dazu durfte ich testen. Sie ist noch nicht veröffentlicht. Ich verlinke sie, wenn es soweit ist. Das Besondere an dieser Jacke: Sie wird fast in einem Stück gehäkelt (sieht man am ersten Bild ganz gut) und hat eine Struktur, deren Optik eher an eine Strick-, als an eine Häkeljacke erinnert. Schön warm ist sie auch und unsere Kleinste hat sie sich bereitwillig anziehen lassen. Mittlerweile ist sie allerdings schon wieder rausgewachsen und so ist die Jacke jetzt in die Kiste mit den Babysachen in Größe 50/56 gewandert, die bereits wieder weitergegeben wurde, denn neuer Familienzuwachs hat sich angekündigt. Die Farbkombination rot und gold passt da auf jeden Fall - egal, ob unsere Kinder einen kleinen Cousin oder eine kleine Cousine bekommen. Wir freuen uns schon sehr auf die Verstärkung!





Verlinkt bei den Menschenskindern, den liebsten Maschen, HäkelLine, Creadienstag, Dienstagsdingen und Handmade on Tuesday.

Samstag, 28. Oktober 2017

Urlaubsmorgen in Holland (Samstagskaffee #104)

Es ist Samstag. Langes Wochenende! Gestern sind wir mit den Kindern nach Holland aufgebrochen. Wir sind im Ferienmodus und haben uns für ein paar Tage ein kleines Häuschen in einem Ferienpark gemietet.
Manchmal träumen der Liebste und ich ja noch davon, dass so ein Samstag wie heute dann so aussieht: Wir schlafen aus, versorgen uns mit frischen Brötchen, frühstücken gemütlich, machen einen Ausflug in eine der holländischen Hansestädte hier in der Nähe, bummeln durch die Gassen und nutzen anschließend vielleicht noch das Schwimmbad im Park oder die Sauna im Haus. Zeit zum Lesen wäre auch nett.
Stattdessen gesellen sich ab 6 Uhr die Kinder quasi im Minutentakt in mein Bett, bis sie alle darin rumtollen. Hellwach, natürlich. Der Liebste trollt sich in irgendein anderes Bett und schläft dort weiter. Ich gebe um halb 7 auf und bereite das Frühstück zu. Der Bäcker hat da noch geschlossen. Das Schwimmbad auch, zum Ärger der Kinder. Sie wollen da rein. Jetzt sofort, und am liebsten den ganzen Tag. Alternativ vielleicht auf den Spielplatz. Jetzt. Draußen ist es allerdings noch stockdunkel. Deshalb gibt es nun erstmal Brot, Müsli, Milch und Kaffee. Und eine frische Windel für die Jüngste. Anschließend schauen wir mal, was dieser Herbsttag für uns bereit hält. Habt ein schönes Wochenende!

Verlinkt beim Samstagsplausch.

Mittwoch, 25. Oktober 2017

Der Herbst ist da...

Wenn sie sich stapeln könnten, würden sich die Entwürfe für Blogposts und die Bilder dazu im Hintergrund gerade stapeln. Für meine kleine Spielwiese hier bleibt im Moment nicht ganz so viel Zeit. Zwischen Job, Haushalt und Spielverabredungen bin ich mit dem Liebsten zusammen gerade gut damit beschäftigt, ein paar entscheidende Weichen für das kommende Jahr neu zu stellen. Und natürlich genieße ich mit den Kindern auch den Herbst mit allem, was dazu gehört. Durch das Laub rascheln, in Pfützen springen, Drachen steigen lassen, den Ofen anheizen... Wenn wir derzeit zu meinem Vater fahren, kommen wir in einer Bauernschaft an einem Hof vorbei, bei dem es Äpfel aus eigener Ernte zu kaufen gibt. Eine alte Marktwaage steht bereit, mit der man einfach selber abwiegt, wieviel man haben möchte. Spannend für die Kinder und lecker für uns alle! Was mögt ihr besonders am Herbst? Was hat euch in diesem "goldenen Oktober" bislang besonders gut gefallen?

Sonntag, 1. Oktober 2017

Skulptur Projekte 2017 (Samstagskaffee #103)

Das war knapp. Gerade noch rechtzeitig vor dem heutigen Ende der Ausstellung "Skulptur Projekte 2017" habe ich gestern die Gelegenheit gehabt, an einer Führung teilzunehmen. Natürlich war mir das ein oder andere Kunstprojekt bereits in den vergangenen Wochen im Stadtbild aufgefallen. Auch auf dem Steg im Hafen konnte ich schon durchs Wasser waten. (Und, fast noch interessanter: die Gäste beobachten, die sich für das perfekte Selfie dem Rand des Stegs manchmal auch etwas zu weit näherten. Wieviele Handys nach der Ausstellung jetzt wohl im Hafenbecken liegen?) Doch um so richtig gezielt mal das ein oder andere Projekt in Augenschein zu nehmen, war die gestrige Führung gerade richtig. Leider spielte das Wetter nicht mit. Starker Regen und kräftiger Wind sorgten dafür, dass wir uns überwiegend die Kunstwerke ansahen, bei denen man sich irgendwo unterstellen konnte und zwischendurch ein Samstagskaffee im Warmen nötig wurde.
Unsere Führerin zeigte uns u.a. eine Unterführung, die ich vorher noch nie betreten hatte. Dort hingen Kronleuchter, in denen kleine Teelichter LED-Lampen mit Energie versorgten. Am Landesmuseum schien ein großer LKW gerade dabei zu dienen, ein großes Kunstwerk abzutransportieren. Er wies damit auf die Macht hin, den öffentlichen Raum zu gestalten. In der Elephant Lounge, einer Diskothek, lief eine interessante Videoinstallation, in der sich die Künstler mit dem Phänomen des deutschen Schlagers auseinandersetzten. Mein Favorit aber war Koki Tanakas Projekt. Der Künstler beschäftigt sich mit der Gemeinschaften, die temporär in Krisenzeiten entstehen, z.B. in Notunterkünften oder Bunkern. Er bat acht Menschen aus Münster mit ganz unterschiedlichen kulturellen, sozialen und religiösen Hintergründen, für zehn Tage an Workshops teilzunehmen und in diesem Rahmen z.B. gemeinsam in einer Turnhalle zu übernachten oder Essen zuzubereiten, das in Kriegszeiten mit entsprechend begrenzten Ressourcen möglich war. Die dabei entstanden Filme, die Alltagsgegenstände aus den Workshops und seine Notizen sind Bestandteile der Installation, die ich mir gut auch noch länger hätte ansehen können.
Ansonsten war das Wochenende mit viel Arbeit gefüllt. Die Redaktion einer Fachzeitschrift, bei der ich tätig bin, traf sich von Freitagabend bis Sonntagmittag zu einer intensiven Konferenz. Die Führung war eine willkommene Unterbrechung der text- und sprachlastigen Arbeit. Was bei anderen an diesem Wochenende los war, schaue ich mir jetzt bei Andreas Samstagsplausch an.

Freitag, 15. September 2017

Messebesuch bei der "Nadel und Faden"

Den heutigen Vormittag habe ich mir frei genommen. Nachdem ich die größeren Kinder zur Kita gebracht hatte, machten das Baby und ich uns auf den Weg nach Osnabrück, etwa eine Autostunde von uns entfernt. Dort startete heute die "Nadel und Faden", eine Messe für Textilkunst und Handarbeit. Ich hatte bereits seit längerem überlegt, dorthin zu fahren. Als ich dann gesehen habe, dass ich als Bloggerin sogar freien Eintritt bekommen kann, war die Entscheidung schnell gefallen. Schon vor einiger Zeit kam meine Freikarte mit der Post und sorgte für Vorfreude. 
Hingefahren bin ich nur mit der Jüngsten, ohne weitere Begleitung. Wenn ich mit ihr unterwegs bin, finde ich das manchmal einfacher so, weil ich mich dann ganz auf ihr Tempo einlassen kann. Braucht sie eine Pause, bekommt sie eine. Bekommt sie Hunger, gibt es etwas zu trinken. Ist sie wach und aufmerksam, schaut sie mit mir rum und ich achte darauf, dass sie zufrieden ist. So war der Messebesuch für uns beide ziemlich entspannt und ich konnte mir in Ruhe alles ansehen.
Zu sehen gibt es in der OsnabrückHalle noch bis Sonntag viele Stände mit Stoffen in allen Farben des Regenbogens, Wolle, Garn, Stickpackungen und diverses Zubehör. Das Publikum ist überwiegend weiblich. Genüßlich bin ich an den Ständen vorbeigeschlendert. Gerade im Handarbeitsbereich macht das Bestellen im Internet ja zumindest mir keinen besonderen Spaß. Zu wichtig ist einfach die Haptik eines Stoffes, einer Wolle oder auch die tatsächliche Wirkung von Farben. Wirklich gestaunt habe ich über so manchen ausgestellten Quilt. Da waren echte Hingucker dabei!
Ohne das Programmheft hätte ich übrigens einen interessanten Teil der Messe verpasst: Die Sonderschauen. Die Räume dafür lagen etwas abseits. Besonders gut gefallen hat mir die Ausstellung "Musik trifft Stoff". Hier haben sich sieben Textilkünstlerinnen von Musikstücken aus verschiedenen Bereichen (Klassik, Musical, Gospel, Techno etc.) inspirieren lassen. Die jeweiligen Stücke konnte man sich beim Betrachten der Quilts anhören. 
Was ich ein klein wenig schade fand: Der Bereich "Häkeln", der für mich am interessantesten gewesen wäre, war im Vergleich zu anderen eher etwas unterrepräsentiert. Dafür habe ich wieder einmal festgestellt, dass ich wirklich irgendwann mal stricken lernen muss! Über rudimentäre Grundkenntnisse geht es da bei mir noch nicht hinaus. Dabei gibt es so wunderbare Modelle, Anleitungen und Garne in diesem Bereich! Mal wieder richtig Lust auf Kreuzstich hat mir zudem der beeindruckende Stand von "Liebevolle Kreuzstichentwürfe" gemacht.
Gut, dass ich nicht soviel Geld bei mir hatte. An manchen Ständen war allerdings auch Kartenzahlung möglich, so dass doch die ein oder andere Kleinigkeit mit nach Hause genommen wurde. Dort hat mein Weihnachtsmädchen beim Auspacken natürlich sofort erkannt, was ich für sie mitgebracht habe...
Mein Fazit: Wenn man nicht allzu weit weg wohnt und sich in seiner Freizeit gerne mit Handarbeiten beschäftigt, ist diese Messe sicher ein lohnenswertes Ziel!

Samstag, 9. September 2017

Finnische Wolle und ein Samstagskaffee (#102)

Ist tatsächlich schon wieder Samstag und somit Zeit für einen Samstagsplausch? Diese Woche verging wie im Flug. Seit Montag gilt es, Baby, Kindergarten, Haushalt und Teilzeitstelle gut unter einen Hut zu bekommen. Im Büro wurde es direkt recht spannend, denn es erreichte uns eine Anfrage für ein Fernsehinterview. Im Kindergarten begleitete mich das entspannte Baby zu einem langen Elternabend, den es größtenteils schlafend auf meinen Beinen verbrachte. Für die größeren beiden starteten die Musikschule und das Kinderturnen. Der Liebste war die ganze Woche intensiv mit der Vorbereitung auf die letzte Prüfung zum Jagdschein beschäftigt, die er gestern erfolgreich absolviert hat. Angefangen hatte er damit vor der Geburt unseres ersten Kindes, vor etwa fünf Jahren. Da fand ein richtiges Langzeitprojekt jetzt einen positiven Abschluss. Heute drehte sich dann alles um die anstehende Taufe unseres jüngsten Familienmitglieds. Am Vormittag war unser Pfarrer bei uns zu Gast. Allerdings sprachen wir nur eher kurz über die Taufvorbereitung. Den Großteil der Zeit spielte er mit den beiden Geschwistern unseres Täuflings. Bei dritten Kind in einer Familie läuft es in vielen Themengebieten eben schon recht entspannt. Am Nachmittag haben die zwei mir dann geholfen, die Einladungskarten zu diesem Fest zu basteln und zu verschicken. 
...und wenn sie nachher im Bett sind, freue ich mich darauf, ein neues Projekt in Angriff zu nehmen: eine gehäkelte "Kalevala-Decke". Die Kalevala ist das finnische Nationalepos. Es umfasst 50 Gesänge, die von Elias Lönnrot zusammengefasst wurden. In diesem Jahr feiert Finnland seine 100-jährige Unabhängigkeit. Aus diesem Anlass haben mehrere Designer gemeinsam eine Decke entworfen, die auf der Kalevala-Mythologie basiert. Sie besteht aus insgesamt 24 Quadraten, deren Muster jeweils von Figuren und Geschichten der Kalevala inspiriert sind. Die Anleitungen werden derzeit Stück für Stück im Rahmen eines "Crochet Along (CAL)" veröffentlicht. 
Im Jahr 2001 habe ich einige Monate lang in Finnland studiert, in der Universitätsstadt Kuopio, im Osten des Landes. Damals habe ich mir diese blaue, englischsprachige Ausgabe zugelegt. Beim Schmökern heute war ich überrascht, wie intensiv ich mich offensichtlich damals mit dem Werk beschäftigt habe. Es findet sich jedenfalls die ein oder andere Bleistiftmarkierung darin. Die deutschsprachige Ausgabe, in der leider gar keine Jahresangabe steht, hat mein Vater später bei einem antiquarischen Bücherflohmarkt für mich erstanden. Nach längerem Überlegen habe ich mich entschieden, die Quadrate für meine Decke einfarbig zu häkeln. Die Wolle dafür habe ich in Finnland bestellt. Das ist bei den hohen Versandkosten natürlich ein wenig verrückt, war es mir aber wert. Ich freue mich schon richtig darauf, mich jetzt noch mal auf ganz anderem Weg diesem großartigen Stück Literatur- und Kulturgeschichte zu nähern. 

Dienstag, 5. September 2017

Liebes Tagebuch...

Es ist 10 Uhr morgens, und ich verstaue gerade die Einkäufe, als mir auffällt, dass heute der 5. ist. Am 5. eines jeden Monats lädt Frau Brüllen unter der Frage "Was machst du eigentlich den ganzen Tag?" zum Tagebuchbloggen ein. Hinter mir liegt ein etwas getrübter Morgen. Der Liebste ist schon früh aufgestanden und aus dem Haus gegangen. Er nimmt in dieser Woche an einem intensiven Vorbereitungskurs für die letzte Teilprüfung zum Jagdschein statt. Ich wecke unsere drei Kinder, dusche und helfe - wo nötig - beim Anziehen. Nach dem Frühstück geht es zum Kindergarten. Unsere ältere Tochter hat diesbezüglich gerade ein ziemliches Motivationsloch. Das kommt nicht überraschend. Viele ihrer Freunde haben zu den Sommerferien die Gruppe gewechselt, sie ist dafür noch etwas zu jung. Zudem sind im Moment viele neue Kinder, größtenteils in der Eingewöhnungszeit noch mit ihren Eltern, in ihrer Gruppe. Das ist alles etwas viel gerade. Anstatt mich wie immer schon an der Garderobe von ihr zu verabschieden, bleibe ich auf ihren Wunsch diesmal noch bis zum Morgenkreis da. Auch danach fällt ihr aber der Abschied schwer, schwerer als je zuvor. Den ganzen Vormittag geht mir ihre Stimmung noch nach. Mal sehen, wie es die nächsten Tage so weitergeht.
Das Baby und ich fahren auf dem Rückweg von der Kita noch beim Supermarkt vorbei und erledigen einen kleinen Einkauf. Wieder zurück bereite ich einen Salat für mein späteres Mittagessen oder unser Abendessen vor. Die Kleine schläft etwas. Das tut ihr gut, denn sie ist derzeit etwas erkältet und hatte entsprechend eine eher unruhige Nacht, in der sie schlecht Luft bekommen hat. Ich versuche, mich etwas an den Schreibtisch zu setzen. Zwei Stunden Arbeit im Home Office wären jetzt gut, doch es gibt eine blöde Überraschung. Ich komme nicht ins System, kann keine Emails empfangen oder senden. Meinen Kollegen im Büro geht es genauso. Der IT-Service ist gefragt. Die Liste an Dingen, die heute für die Arbeit erledigt werden können, verkürzt sich durch dieses technische Handicap deutlich. Da passt es gut, dass mich eine Nachricht erreicht. Eine Bekannte von mir, die artgerechte Schweinehaltung betreibt und die entsprechenden Erzeugnisse verkauft, muss ihre Gefriertruhe leeren. Ich packe das schlafende Babymädchen ein und besorge uns bei ihr ein paar Grillwürste. Im Gespräch kommen wir schnell vom Small Talk hin zu ernsteren Themen. Ihre Familie hat gerade eine wahre Schicksalsprüfung zu meistern. Mich berührt das Gespräch sehr und lässt mich bestürzt, aber auch hoffnungsvoll und dankbar, insbesondere für die Gesundheit meiner Kinder, zurück. 
Wieder zuhause wartet der Haushalt, der sich ja bekanntermaßen nicht von allein macht. Aufräumen, Staubsaugen, Wäsche falten, Kuchen backen, zwischendurch Stillen und Windel wechseln. Mittags genieße ich eine große Schüssel Wassermelone-Feta-Minz-Salat, nach diesem Rezept. Einfach nur lecker. Ich telefoniere mit meinem Cousin. Für seine Mutter ist er auf der Suche nach einem Kurzzeitpflegeplatz. Auch hier gibt es aktuell eine Lebenskrise. Oder ist das alles ganz normal? Gegen 14 Uhr fahre ich wieder zum Kindergarten. Dort ist die Mittagspause vorbei. Der Große zeigt mir, wie er jetzt im Kita-Garten gelernt hat, eine hohe Kletterstange runterzurutschen. Die Mittlere macht einen vergnügten Eindruck und zeigt mir ihre beiden Zöpfe, die ihr eine Erzieherin nach dem Mittagsschlaf gebunden hat. 
Zu viert machen wir uns auf den Weg zum Stall, um unserem Pflegepony einen Besuch abzustatten. Zur Freude der Kinder kommt es heute direkt ans Gatter der Weide, als wir ankommen. Sie merken, dass es sie mittlerweile kennt. Wir holen den Putzkasten, striegeln gemeinsam, bürsten und kratzen die Hufe aus. Dann wird aufgetrenst. Bislang sind wir meist nur mit dem Pony spazieren gegangen, doch von der Besitzerin wissen wir, dass es sich auch reiten lässt. Ich verzichte auf Sattel oder Voltigiergurt. Beide Kinder trauen sich und reiten gleich mehrmals hintereinander. Dabei halten sie sich gut in der Mähne fest. Ich führe sie. Das Babymädchen schläft derweil in der Trage vor meinem Bauch. Ihre großen Geschwister sind mächtig stolz. Zur Belohnung bekommt das Pony die letzte Möhre. Eigentlich hatte ich mehrere eingepackt, doch die meisten wurden schon von meinen kleinen Reitern aufgegessen. Irgendwie nehme ich immer zu wenig Möhren mit zum Stall.
Zurück zuhause sind die Kinder kaum zu bremsen, als sie sehen, dass viele Freunde und Nachbarskinder schon auf der Straße spielen. Fahrrad, Roller und Helme werden rausgeholt und noch bis zum Abendessen draußen gespielt. Zwischendurch kommt der Liebste von seinem Lehrgang zurück, aber nur, um schnell etwas zu essen und sich umzuziehen. Er hat noch einen beruflichen Termin. Ich leite die abendliche Routine ein: Abendessen, Umziehen, Zähne putzen, Vorlesen. Gegen halb 9 schlafen die Kleinste und der Größte. Die Mittlere braucht noch bis um halb 10, um zur Ruhe zu kommen. Ich freue mich schon darauf, wenn sie in der Kita keinen Mittagsschlaf mehr macht, den sie meiner Ansicht nach auch nicht mehr benötigt, und dafür abends eher einschläft. 
Jetzt ist noch ein wenig Zeit zu zweit bzw. für uns. Der Liebste schaut noch in seine Lernunterlagen. Und ich greife gleich vielleicht zur Entspannung noch mal für ein paar Runden zu Wolle und Häkelnadel.



Sonntag, 3. September 2017

Im Kölner Zoo (Samstagskaffee #101)

Es ist schon Sonntagabend, für meinen "Samstagskaffee" oder "Samstagsplausch" bin ich diesmal reichlich spät dran. Das liegt daran, dass wir heute nachmittag erst von einem kleinen Wochenendausflug zurückgekehrt sind. Für zwei Übernachtungen haben wir meine Schwägerin in Köln besucht. Während der Liebste den gestrigen Samstag nutzte, um sich in ihrer Wohnung auf eine Prüfung in der kommenden Woche vorzubereiten, sind wir anderen fünf mit der Straßenbahn in den Zoo gefahren. Den Nachmittagskaffee gab es am großen Spielplatz dort. Während ich das Baby bekuscheln durfte, waren die anderen mit rutschen, (an)schaukeln und klettern beschäftigt. Tiere haben wir natürlich auch gesehen, nicht nur Hennes VIII., das prominente Maskottchen des 1. FC Köln. Der Junior wollte unbedingt die Pavianfütterung anschauen und von den Pinguinen konnten sich die Kinder nur schwer lösen, als wir zur Flugshow weiterwollten. Auf dem Rückweg kamen wir in einen starken Platzregen, aber auch den fanden unsere Kinder ganz spannend und zurück in der Wohnung meiner Schwägerin konnten wir uns ja anschließend schnell umziehen und aufwärmen.