Samstag, 22. April 2017

Samstagskaffee #88 - Norderney

Das war es schon wieder: Die Osterferien gehen zu Ende; die Koffer sind gepackt; die Schlüssel von der Ferienwohnung sind abgegeben. Schade, finden auch unsere Kinder. Die Woche am Meer war sehr entspannt und hat uns gut getan. Mit dem Wetter hatten wir überwiegend Glück. Der starke Wind trieb die dunklen, schweren Regenwolken fast immer einfach über unsere Köpfe hinweg gen Festland. Ein wenig Aufschub haben wir aber noch. Erst mittags haben wir einen Platz auf der Fähre bekommen. Uns bleiben noch zwei Stunden auf der Insel. Wir nutzen sie für einen kleinen Abstecher zur "Weissen Düne". Eigentlich wollten wir zum Strandspielplatz dort, aber der Wind pfeift so sehr, dass wir uns lieber ein Plätzchen im Warmen suchen. Wie gut, das das Restaurant gerade öffnet. Während man tagsüber hier kaum einen Platz findet, können wir uns diesmal noch eine gemütliche Sitzecke aussuchen. Es gibt für alle noch einen Samstagskaffee oder ein Glas Saft. Ach ja, und eine Kleinigkeit von der reizvollen Nachtischkarte. Mandel-Crumble mit warmen Zwetschgen und Frieseneis mit rahmigem Vanillegeschmack - das kann ich auch am Vormittag schon genießen! So starten wir entspannt unsere Rückreise...
Mehr Samstagsplausch gibt es wie immer *hier* bei Andrea.

Dienstag, 18. April 2017

Häkeln mit Herz

...und für einen guten Zweck! Dazu ruft gerade die Redaktion von "Simply Kreativ" auf. Ihre Idee: Für jedes gestrickte, gehäkelte und genähte Herz spenden sie je 2 Euro an das Deutsche Kinderhilfswerk. Verwenden kann man Stoff- und Wollreste in den Farben pink, rosa, rot oder orange. Die passenden Anleitungen werden auf der Homepage der Redaktion bereitgestellt. Das Ziel ist, wie im Titel dieser Spendenaktion formuliert: "1000 Herzen gesucht!" Die ersten wurden bereits direkt am Messestand von Simply Kreativ auf der Creativa, der großen Messe für kreatives Gestalten, hergestellt und gesammelt. Für alle, die so wie ich in diesem Jahr nicht bei dieser Messe waren, gibt es die Möglichkeit, bis zum 28. April ihre "herzlichen" Beiträge einzusenden. Mir gefällt diese Aktion! Deshalb habe ich gerne den Anlass genutzt und meinen Wollvorrat mal nach Resten in den entsprechenden Farbtönen durchstöbert, um einen kleinen Beitrag zu leisten.

Samstag, 15. April 2017

Samstagskaffee #87 - Norderney

Es ist schon etwas her, dass ich hier zuletzt mal kurz meinen "Samstagskaffee" genutzt habe, um ein wenig zu plauschen. Lustigerweise kam mein letzter Kaffee vor einem Monat von der Nordseeküste, habe ich gesehen. Das passt insofern ganz gut, als ich Glückspilz auch heute meinen Kaffee an der Nordsee genießen kann. (Und ja, irgendwann ziehe ich einfach ans Meer!) Seit gestern verbringen meine Familie und ich ein paar Tage auf einer meiner Lieblingsinseln: Norderney. Die Wettervorhersage sah im Vorfeld für diese Tage nicht besonders gut aus. Bislang weht zwar ein kräftiger Wind, der zugleich aber alle Regenwolken einfach schnell über die Insel hinweg treibt. 
Unser heutiger Plan für den Nachmittag, mit den Kindern und ihren Rädern eine Tour an der Strandpromenade entlang zu machen, wurde allerdings von diesem Wind durchkreuzt. Das Weihnachtsmädchen drohte, mit ihrem Laufrad einfach umgeweht zu werden. Da haben wir uns doch lieber zu Fuß und mit Rückenwind bis zum Surfcafé pusten lassen, um uns dort mit Blick auf ein paar unerschrockene Kitesurfer in dicken Neoprenanzügen mit Kaffee, Kakao und frischem Pfefferminztee ("Papa, warum ist da Salat in deinem Glas?") zu stärken. Ich wünsche euch schöne Ostertage!

Freitag, 14. April 2017

Ich häkle mir den Frühling...

Vor ein paar Wochen habe ich eine sehr nette Mail bekommen. Feli vom DIY-Portal "Talu" lud mich zu einem Häkelwettbewerb ein. Ich habe mich sehr darüber gefreut, denn das Portal kannte ich noch gar nicht und der Wettbewerb wäre mir sonst vielleicht auch entgangen. Wenige Tage später brachte mir die Post ein kleines Paket. Darin enthalten waren zwei Knäuel Häkelwolle, eine Häkelnadel, ein Block und ein paar Knöpfe, alles in den Frühlingsfarben grün, gelb und rosa gehalten.
Die Aufgabe lautete: "Frühlingserwachen - überrasche uns mit Deinen frühlingshaften DIY-Ideen!". Inspiriert von den Farben der Wolle und dem Motto wusste ich schnell, was bei mir aus diesen zwei Knäueln werden sollte: Eine Tulpe, für mich eine der Frühlingsbotinnen schlechthin! (Das sieht man ja auch an meinem letzten Post.) Nach einer Anleitung von *hier* ist in den letzten Tagen dann diese zarte Blume entstanden. Handwerklich sind für mich dabei zwei Dinge neu bzw. ungewöhnlich gewesen. Da ich überwiegend Sachen für Kinder häkle, versuche ich immer, nur natürliche Materialen, nichts Spitzes, Hartes o.ä. zu verarbeiten. In diesem Fall aber handelt es sich ja um ein Dekorationsobjekt, kein Kinderspielzeug, also habe ich hier z.B. Draht in zwei verschiedenen Stärken verwendet. Einen dickeren habe ich für den Stängel genutzt, ihn mit Wolle umwickelt und mit Alleskleber fixiert. Den dünneren habe ich in die Ränder der grünen und der äußeren, rosafarbenen Blütenblätter eingehäkelt, so dass sie sich beliebig in Form biegen lassen. So gefällt das Endergebnis offensichtlich auch noch einem anderen Frühlingsboten...
Verlinkt bei "liebste Maschen" und "HäkelLine".

Mittwoch, 12. April 2017

12 von 12 im April 2017: Keukenhof

Eine volle Dosis Früüüühling, bitte!! Die haben wir uns bei einem Familienausflug am vergangenen Sonntag abgeholt. Genutzt haben wir dabei, dass es von uns aus ja nicht ganz so weit bis ins niederländische Nachbarland ist. Unsere Tagestour führte uns in die Nähe von Amsterdam, zum Keukenhof. Dieser wunderbare Park ist nur in den drei Frühlingsmonaten geöffnet. In diesen Wochen kann man dort in Blumen und Blüten, insbesondere natürlich Tulpenfeldern, aber auch Narzissen und Hyazinthen, nur so schwelgen. Eine solche Vielfalt und Fülle! Bei strahlendem Sonnenschein sind wir kreuz und quer spazierengegangen, um nicht zu sagen "gelustwandelt", und haben uns sogar teils den ersten Sonnenbrand des Jahres geholt. Und weil heute der 12. ist, habe ich euch 12 Bilder hier mitgebracht. Ich hoffe, ihr sehr mir nach, dass sie nicht ganz exakt vom heutigen Tag stammen und ich damit die Spielregeln von Caros Fotoaktion etwas beuge. Wer mehr Bilder sehen möchte: Vor genau zwei Jahren, am 12. April, haben wir den Tag ebenfalls schon mal dort verbracht: *klick*.

Dienstag, 11. April 2017

Neues aus der Mithäkelzentrale: Kiwi-Pärchen

Immer dann, wenn bei einer aus unserer Häkelrunde ein besonderes Lebensereignis ansteht, nehmen wir ein gemeinsames Häkelprojekt in Angriff. Das ist mittlerweile zu einer schönen Tradition in unserem sich monatlich treffenden Kreis geworden. In der Vergangenheit waren die Anlässe meistens Geburten. Nun jedoch haben wir uns sehr mitgefreut, dass eine von uns nach mehreren Jahren Beziehung ihrem Partner das Ja-Wort gegeben hat. Und es ist eine ganz besondere Hochzeit geworden: Das Brautpaar hat ganz intim während eines längeren Urlaubs in Neuseeland geheiratet - barfuß am Strand! Klingt das nicht wunderbar? Die Flitterwochen schlossen sich nahtlos an. 
Wie unser gemeinsames, gehäkeltes Hochzeitsgeschenk in diesem Fall aussah? Entschieden haben wir uns für ein Kiwi-Pärchen, passend zum ungewöhnlichen Hochzeitsort:
Gehäkelt nach einer Anleitung von IlDikko (klick *hier*), mit Catania-Wolle von Schachenmayr. Beteiligt waren diesmal insgesamt 6 Personen, die Anleitung hatten wir entsprechend aufgeteilt. Verlinkt bei den Dienstagsdingen, Handmade on Tuesday, dem Creadienstag und den liebsten Maschen.

Freitag, 7. April 2017

Gelesen: Wege, die das Leben geht

Mit dem Chaos in ihrem Leben und ihrer Beziehung zu einem dem Alkohol zugeneigten Verlierertypen muss Schluss sein! Das findet zunächst zwar nicht unbedingt die Isländerin Eyja selbst, aber dafür ihre Großmutter, ihre Mutter und deren Cousine Rúna. Die drei bestimmen, dass Eyja eine Auszeit braucht. Die energische Rúna nimmt sie für einen Sommer mit zu ihrer Ferienhausanlage in Schweden. Dort soll Eyja Abstand gewinnen, zu sich finden und ihrem Traum, ihren ersten eigenen Roman zu schreiben, näher kommen.
Eyja weiß mit ihrem neugewonnenen Freiraum zunächst nicht viel anzufangen. Die ersten Wochen in Schweden vergehen mit Sehnsuchtsgedanken und schlechtem Gewissen ihrem Partner gegenüber. Hinzu kommt, dass Rúna mit ihrer starrköpfigen Art in verlässlicher Regelmäßigkeit dafür sorgt, dass die beiden durch genervte Mieter, neugierige Journalisten und misstrauische Polizisten in ihrer geplanten Sommeridylle gestört werden. Schließlich stehen sie gar im Mittelpunkt eines Drogenskandals. Doch Eyja lernt, sich abzugrenzen, sich für ihre eigenen Träume einzusetzen und kehrt schließlich mit einem Manuskript nach Island zurück. Nicht zuletzt wird sie dabei unterstützt von den Stimmen dreier bereits verstorbener Urahninnen. Die eigensinnigen Frauen aus der Gegenwart ihrer Familie finden hier ihre mystischen Pendants in der Vergangenheit.

Die schriftstellerischen Ambitionen scheinen der Hauptfigur bereits in die Wiege gelegt zu sein, denn ihr Großvater wird als berühmter isländischer Nationaldichter beschrieben. Gar nicht so weit hergeholt: Die Autorin Audur Jónsdóttir, geboren 1973, ist selbst nicht nur eine von Islands bekanntesten jüngeren Schriftstellerinnen, sondern auch die Enkelin des isländischen Literaturnobelpreisträgers Halldór Laxness. Wie viele autobiographische Bezüge dieses Buch ansonsten noch enthält, darüber darf spekuliert werden. 
Auch Eyjas Mutter wird als eine Frau mit großem schriftstellerischen Talent beschrieben. Eine meiner Lieblingsstellen: 

Eyja hatte ihre Mutter umgebracht, das war das Verbrechen gewesen, das sie begangen hatte. Und sie würde es nicht rückgängig machen wollen, selbst wenn sie es könnte.
Bevor Eyja sie verdrängt hatte, hatte ihre Mutter so viel für die Zeitungen geschrieben, dass sie damit einen großen goldenen Pralinenkarton hatte füllen können, den Opa wohl mal von einem ausländischen Verleger oder Botschafter zu Weihnachten bekommen hatte.
Diese vergilbten Kolumnen waren wie eine echte italienische Pizza: knusprig und frisch. Jedes Wort war saftig, aromatisch und irgendwie genau deshalb an der richtigen Stelle, weil es an der falschen stand - so wie die Menschen in Mamas Zeichnungen durch ihre schiefen Proportionen genau richtig getroffen waren. "Schade, dass dir gar nicht bewusst ist, was du da machst', hatte Eyja ihrer Mutter einmal gesagt, woraufhin die ihr eine Ohrfeige gegeben und ihr befohlen hatte, den Mund zu halten." (S. 110)

"Wege, die das Leben geht" zeichnet die verschiedenen Wege in Eyjas Leben nach, die Sackgassen, Abkürzungen, Umwege und wenigen Überholspuren. Die zeitlichen Perspektiven wechseln dabei oft und teils sehr schnell hin und her. Mir gefiel dies, weil es immer wieder überraschende Einblicke bot, die halfen, Eyjas Charakter besser zu verstehen. Manchen mag dies aber im Lesefluss stören. Ein interessant gezeichnetes, tiefsinniges Frauenportrait. 

Vielen Dank an den btb-Verlag für das Rezensionsexemplar, das ich über das Bloggerportal erhalten habe.