Es ist 10 Uhr morgens, und ich verstaue gerade die Einkäufe, als mir auffällt, dass heute der 5. ist. Am 5. eines jeden Monats lädt Frau Brüllen unter der Frage "Was machst du eigentlich den ganzen Tag?" zum Tagebuchbloggen ein. Hinter mir liegt ein etwas getrübter Morgen. Der Liebste ist schon früh aufgestanden und aus dem Haus gegangen. Er nimmt in dieser Woche an einem intensiven Vorbereitungskurs für die letzte Teilprüfung zum Jagdschein statt. Ich wecke unsere drei Kinder, dusche und helfe - wo nötig - beim Anziehen. Nach dem Frühstück geht es zum Kindergarten. Unsere ältere Tochter hat diesbezüglich gerade ein ziemliches Motivationsloch. Das kommt nicht überraschend. Viele ihrer Freunde haben zu den Sommerferien die Gruppe gewechselt, sie ist dafür noch etwas zu jung. Zudem sind im Moment viele neue Kinder, größtenteils in der Eingewöhnungszeit noch mit ihren Eltern, in ihrer Gruppe. Das ist alles etwas viel gerade. Anstatt mich wie immer schon an der Garderobe von ihr zu verabschieden, bleibe ich auf ihren Wunsch diesmal noch bis zum Morgenkreis da. Auch danach fällt ihr aber der Abschied schwer, schwerer als je zuvor. Den ganzen Vormittag geht mir ihre Stimmung noch nach. Mal sehen, wie es die nächsten Tage so weitergeht.
Das Baby und ich fahren auf dem Rückweg von der Kita noch beim Supermarkt vorbei und erledigen einen kleinen Einkauf. Wieder zurück bereite ich einen Salat für mein späteres Mittagessen oder unser Abendessen vor. Die Kleine schläft etwas. Das tut ihr gut, denn sie ist derzeit etwas erkältet und hatte entsprechend eine eher unruhige Nacht, in der sie schlecht Luft bekommen hat. Ich versuche, mich etwas an den Schreibtisch zu setzen. Zwei Stunden Arbeit im Home Office wären jetzt gut, doch es gibt eine blöde Überraschung. Ich komme nicht ins System, kann keine Emails empfangen oder senden. Meinen Kollegen im Büro geht es genauso. Der IT-Service ist gefragt. Die Liste an Dingen, die heute für die Arbeit erledigt werden können, verkürzt sich durch dieses technische Handicap deutlich. Da passt es gut, dass mich eine Nachricht erreicht. Eine Bekannte von mir, die artgerechte Schweinehaltung betreibt und die entsprechenden Erzeugnisse verkauft, muss ihre Gefriertruhe leeren. Ich packe das schlafende Babymädchen ein und besorge uns bei ihr ein paar Grillwürste. Im Gespräch kommen wir schnell vom Small Talk hin zu ernsteren Themen. Ihre Familie hat gerade eine wahre Schicksalsprüfung zu meistern. Mich berührt das Gespräch sehr und lässt mich bestürzt, aber auch hoffnungsvoll und dankbar, insbesondere für die Gesundheit meiner Kinder, zurück.
Wieder zuhause wartet der Haushalt, der sich ja bekanntermaßen nicht von allein macht. Aufräumen, Staubsaugen, Wäsche falten, Kuchen backen, zwischendurch Stillen und Windel wechseln. Mittags genieße ich eine große Schüssel Wassermelone-Feta-Minz-Salat, nach diesem Rezept. Einfach nur lecker. Ich telefoniere mit meinem Cousin. Für seine Mutter ist er auf der Suche nach einem Kurzzeitpflegeplatz. Auch hier gibt es aktuell eine Lebenskrise. Oder ist das alles ganz normal? Gegen 14 Uhr fahre ich wieder zum Kindergarten. Dort ist die Mittagspause vorbei. Der Große zeigt mir, wie er jetzt im Kita-Garten gelernt hat, eine hohe Kletterstange runterzurutschen. Die Mittlere macht einen vergnügten Eindruck und zeigt mir ihre beiden Zöpfe, die ihr eine Erzieherin nach dem Mittagsschlaf gebunden hat.
Zu viert machen wir uns auf den Weg zum Stall, um unserem Pflegepony einen Besuch abzustatten. Zur Freude der Kinder kommt es heute direkt ans Gatter der Weide, als wir ankommen. Sie merken, dass es sie mittlerweile kennt. Wir holen den Putzkasten, striegeln gemeinsam, bürsten und kratzen die Hufe aus. Dann wird aufgetrenst. Bislang sind wir meist nur mit dem Pony spazieren gegangen, doch von der Besitzerin wissen wir, dass es sich auch reiten lässt. Ich verzichte auf Sattel oder Voltigiergurt. Beide Kinder trauen sich und reiten gleich mehrmals hintereinander. Dabei halten sie sich gut in der Mähne fest. Ich führe sie. Das Babymädchen schläft derweil in der Trage vor meinem Bauch. Ihre großen Geschwister sind mächtig stolz. Zur Belohnung bekommt das Pony die letzte Möhre. Eigentlich hatte ich mehrere eingepackt, doch die meisten wurden schon von meinen kleinen Reitern aufgegessen. Irgendwie nehme ich immer zu wenig Möhren mit zum Stall.
Zurück zuhause sind die Kinder kaum zu bremsen, als sie sehen, dass viele Freunde und Nachbarskinder schon auf der Straße spielen. Fahrrad, Roller und Helme werden rausgeholt und noch bis zum Abendessen draußen gespielt. Zwischendurch kommt der Liebste von seinem Lehrgang zurück, aber nur, um schnell etwas zu essen und sich umzuziehen. Er hat noch einen beruflichen Termin. Ich leite die abendliche Routine ein: Abendessen, Umziehen, Zähne putzen, Vorlesen. Gegen halb 9 schlafen die Kleinste und der Größte. Die Mittlere braucht noch bis um halb 10, um zur Ruhe zu kommen. Ich freue mich schon darauf, wenn sie in der Kita keinen Mittagsschlaf mehr macht, den sie meiner Ansicht nach auch nicht mehr benötigt, und dafür abends eher einschläft.
Jetzt ist noch ein wenig Zeit zu zweit bzw. für uns. Der Liebste schaut noch in seine Lernunterlagen. Und ich greife gleich vielleicht zur Entspannung noch mal für ein paar Runden zu Wolle und Häkelnadel.
Dienstag, 5. September 2017
Sonntag, 3. September 2017
Im Kölner Zoo (Samstagskaffee #101)
Es ist schon Sonntagabend, für meinen "Samstagskaffee" oder "Samstagsplausch" bin ich diesmal reichlich spät dran. Das liegt daran, dass wir heute nachmittag erst von einem kleinen Wochenendausflug zurückgekehrt sind. Für zwei Übernachtungen haben wir meine Schwägerin in Köln besucht. Während der Liebste den gestrigen Samstag nutzte, um sich in ihrer Wohnung auf eine Prüfung in der kommenden Woche vorzubereiten, sind wir anderen fünf mit der Straßenbahn in den Zoo gefahren. Den Nachmittagskaffee gab es am großen Spielplatz dort. Während ich das Baby bekuscheln durfte, waren die anderen mit rutschen, (an)schaukeln und klettern beschäftigt. Tiere haben wir natürlich auch gesehen, nicht nur Hennes VIII., das prominente Maskottchen des 1. FC Köln. Der Junior wollte unbedingt die Pavianfütterung anschauen und von den Pinguinen konnten sich die Kinder nur schwer lösen, als wir zur Flugshow weiterwollten. Auf dem Rückweg kamen wir in einen starken Platzregen, aber auch den fanden unsere Kinder ganz spannend und zurück in der Wohnung meiner Schwägerin konnten wir uns ja anschließend schnell umziehen und aufwärmen.

Sonntag, 27. August 2017
Sommerferienende (Samstagskaffee #100)
"Hoch die Hände, Wochenende!" ...oder, um es mit unserem Sonntagsjungen zu sagen, der sich diesen Spruch anfangs nur so ungefähr gemerkt hat: "Hände hoch! Es ist Freitag!" Es ist ein sommerliches Wochenende, so dass wir das Kaffeetrinken und Kuchenessen anlässlich des Geburtstags meiner Stiefmutter nach draußen auf die Terrasse verlegen. 

Die letzte Ferienwoche neigt sich dem Ende entgegen. Für mich gab es in dieser Woche schon mal wieder einen Besuch im Büro, zum ersten Mal nach der Geburt. Gemeinsam mit Freunden und Familie haben wir am Mittwoch zudem eine wundervolle Floßfahrt unternommen. Einen weiteren Vormittag haben der Liebste und ich in der Kita damit zugebracht, uns an der alljährlichen, großen Sommerputzaktion zu beteiligen, bei der wir Eltern die Einrichtung einmal komplett einer gründlichen Reinigung unterziehen. Auch in Sachen Hausbau sind wir wieder ein wenig weitergekommen. Unsere größeren Kinder haben in dieser Woche nochmal zwei Tage bei meinen Schwiegereltern verbracht. Gestern habe ich sie gut gelaunt wieder abgeholt. Am heutigen Sonntag gönnen wir uns noch einen schönen, gemeinsamen Ausflug und sehen uns auf einer Freilichtbühne gemeinsam das Stück "Michel in der Suppenschüssel an". Na klar, Nachwirkungen des Schweden-Urlaubs. Für die kommende Woche müssen wir dann allmählich auch alles für den Kindergarten vorbereiten, Wechselwäsche, Kuschelkissen, Matschsachen etc. bereit legen. Am Dienstag geht der Alltag wieder los...
Vorher schaue ich jetzt schnell noch beim Samstagsplausch vorbei. Habt einen schönen Sonntag!
Freitag, 25. August 2017
Floßfahrt in der Steveraue
Eine Floßfahrt in der Steveraue bei Olfen ist ein lohnenswertes Ziel für einen sommerlichen Ausflug mit der Familie im Münsterland. Habt ihr Lust, uns ein wenig zu begleiten?
Im vergangenen Monat haben wir meinem Bruder einen Gutschein für einen gemeinsamen Ausflug zum Geburtstag geschenkt. Den haben wir in dieser Woche eingelöst. Das hat nicht nur dem Geburtstagskind viel Vergnügen bereitet. Gemeinsam mit Familie und Freunden sind wir in die Stadt Olfen gefahren, ca. 40 km von Münster entfernt. Dort fließt die Stever entlang, auf ihrem Weg von den Baumbergen bis zum Halterner Stausee. An der Kökelsumer Brücke erwartete uns unser Floßführer. Bis zu 15 Personen kann er auf dem rechteckigen Boot mitnehmen. Die Fahrt führt auf dem mäandernden Fluß durch eine wundervolle Auenlandschaft. Der Stadt Olfen dienten diese Flächen als Ausgleich für verschiedene Bauvorhaben. Jetzt sorgt man hier dafür, dass der Flusslauf und die Ufer der Stever zunehmend wieder ihren ursprünglichen Zustand erreichen. Heckrinder, Wildpferde (Koniks) und Poitou-Esel leben hier. Zwei Storchenhorste sind besetzt. Viele Wasservögel kann man bei der Fahrt beobachten. Unser Floßführer informierte uns ausführlich und kurzweilig über die Entstehung der Aue und ihre Bewohner. Nach 1,5 Stunden kamen wir wieder an der Kökelsumer Brücke an. Ein tolles Projekt und ein besonderes Ausflugsziel hier in der Umgebung.
Wer auch mal mitfahren möchte: An jedem 1. und 3. Sonntag im Monat finden im Sommer öffentliche Floßfahrten statt, jeweils fünf am Tag. Die Abfahrtszeiten sind um 11 Uhr, 13 Uhr, 15 Uhr, 17 Uhr und 19 Uhr. Karten gibt es dann direkt vor Ort am Anleger, ab 10:30 Uhr. Kinder unter 10 Jahren sind frei, Erwachsene zahlen jeweils 5 Euro. Wir haben eine private Fahrt gebucht. Die kostet 60 Euro und es können bis zu 15 Personen mitfahren. Mehr Informationen gibt es *hier*.
Und nein, die Stadt Olfen hat diesen Beitrag nicht gesponsert. Uns hat es einfach nur richtig gut gefallen!
Sonntag, 20. August 2017
Samstagskaffee #99
Mein Samstagskaffee kommt heute - bei mir eigentlich nicht weiter verwunderlich - mal gehäkelt daher. Gestern waren wir bei einer Geburtstagsfeier eingeladen und brauchten noch eine Verpackung für einen Gutschein. Das Geburtstagskind wünschte sich einen finanziellen Zuschuss zu einem neuen Kaffeeservice. Da erschien mir diese kleine Tasse ganz recht. Eine Freundin häkelte zudem noch ein passendes Kaffeekännchen. Wenn die kleinen Häkelteile als Geschenkverpackung ausgedient haben, finden die Kinder des Geburtstagskinds bestimmt eine Verwendung dafür. Und später kann die kleine Tasse vielleicht noch als Nadelkissen für die nähbegeisterte Mama dienen. Die Anleitung gibt es übrigens kostenfrei *hier*.
Die vergangene Woche stand bei uns ansonsten ganz im Zeichen des Hausbaus. Den gemeinsamen Elternzeit-Monat nutzen wir gerade, um schon mal einige Termine zu machen, uns über Klinker und Fenster zu informieren, die Badausstattung auszuwählen, die Küche zu planen, Holz und Fliesen für die Fußböden anzuschauen... Ich träume langsam von Mauersteinen und Wachbecken. Auf das neue Heim sind wir schon alle sehr gespannt!
...und in dieser Form verlinke ich meinen Samstagskaffee heute mal nicht nur beim Samstagsplausch, sondern auch den liebsten Maschen und HäkelLine.
Dienstag, 15. August 2017
Gehäkelt: Baby-Kapuzenjacke
Wenn im Freundeskreis jemand schwanger ist, fiebere ich ja ohnehin gerne mit und kann die Vorfreude, die Erwartung, vielleicht auch die Sorgen, die damit verbunden sind, gut nachvollziehen. Eine besondere Situation ist es dann für mich jedes Mal gewesen, wenn jemand im Freundeskreis parallel zu mir selbst schwanger war. Selbst über größere Entfernungen hinweg verbindet diese Gemeinsamkeit in diesen Monaten doch nochmal auf eine besondere Art und Weise.
Viel Vergnügen macht mir daher diese kleine Kapuzenjacke, die ich in den vergangenen Wochen gehäkelt habe. Sie ist mittlerweile per Post unterwegs zu einem kleinen Baby, das drei Wochen nach unserem dritten Kind geboren wurde.
Da die Eltern nicht vor der Geburt wissen wollten, ob sie einen Jungen oder ein Mädchen bekommen, habe ich mich zunächst für ein relativ neutrales Farbschema entschieden. Der Original-Anleitung zufolge sollten die Ärmel eigentlich auch gestreift werden. Bis ich mit ihnen begonnen hatte, war allerdings einerseits klar, dass dort "Team Blau" Verstärkung bekommen hatte und andererseits - nun ja - war mir schlicht der Rotton ausgegangen. Daher entschied ich mich hier für eine etwas andere Gestaltung, die mir im Nachhinein sogar besser gefällt, da die größeren Blauflächen etwas mehr Ruhe hinein bringen. Die Anleitung gibt es übrigens kostenfrei *hier*. Ich kann sie allerdings nur bedingt weiterempfehlen. Das Endergebnis gefällt mir gut, aber es gibt bei diesem Modell wirklich sehr viele (!) Fäden zu vernähen und die Anleitung blieb für mich leider auch an manchen Stellen etwas unklar.
Gerne verlinke ich das kleine Jäckchen bei der HäkelLine, dem Creadienstag, den Dienstagsdingen, Handmade on Tuesday, den liebsten Maschen und Menschen(s)kinder.
Samstag, 12. August 2017
Samstagskaffee #98 ...mit Fernweh
Ein ganz besonderes Geschenk habe ich im Frühjahr zu meinem Geburtstag bekommen. Eine Freundin von mir war damals gerade mit ihrer Familie in Neuseeland unterwegs, ziemlich genau ein Jahr, nachdem wir selbst mit unseren Kindern dort einige Wochen unserer gemeinsamen Elternzeit verbracht haben. Zum Geburtstag schenkte sie mir, dass ich mir ein Mitbringsel aus diesem wunderschönen Land wünschen durfte. Ich entschied mich für diesen Tee, den ich dort fast täglich getrunken habe und dessen Geschmack für mich daher fest mit den vielen Eindrücken unserer Reise verbunden ist. Diese Woche habe ich ihn nun von ihr bekommen und mich heute morgen richtig auf die erste Tasse gefreut! Ein tolles Geschenk!
Unsere Woche war ansonsten relativ unspektakulär. Die Kinder haben Ferien und
genießen es, mehr Zeit zum Spielen zuhause zu haben, trödeln zu können, Freunde zu treffen. Gestern haben wir mal einen Ausflug nach Münster unternommen, wo vor dem Schloss gerade beim "Turnier der Sieger" toller Reitsport gezeigt wird. Der Liebste ist für ein paar Tage mit Freunden per Leeze auf dem Elberadweg unterwegs. Das Wetter macht ihnen allerdings gehörig einen Strich durch die Rechnung. Deshalb überlegen sie, schon heute zurückzukommen, einen Tag eher als geplant. Wir würden uns natürlich freuen!Obwohl heute ja der 12. ist, gibt es übrigens heute vermutlich keine 12 Bilder des Tages von mir. Da wäre vermutlich nur haufenweise Bügelwäsche, dreckiges Geschirr, Spielzeug und Regenwetter zu sehen. Nicht sehr spektakulär eben.
Verlinkt beim Samstagsplausch.
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