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Donnerstag, 12. April 2018

12 von 12 im April 2018

In 12 Bildern nehme ich euch am heutigen 12. gerne mal wieder mit durch unseren (All)Tag. Mehr davon gibt es wie immer bei Caro zu sehen. 
Unser Tag beginnt mit fröhlichem Babygeplapper neben mir. Nach dem gemeinsamen Frühstück bringe ich die beiden größeren Kinder zur Kita. Anschließend haben der Liebste und ich einen spannenden Termin an unserem Baugrundstück: So wie es aussieht, starten wir in der nächsten Woche endlich mit dem Hausbau! Fotos gibt es da nicht, das habe ich schlichtweg vergessen. 



Erst mit etwas Verspätung komme ich daher heute im Büro an. Der Vormittag vergeht mit Arbeit am PC. Die kleine Maus räumt erstmal ihre Spielzeugkiste aus und erkundet dann den Raum. Mittlerweile macht sie auch gerne mal einen Abstecher in den Flur oder die Nebenräume. Ihr Mittagessen lässt sie mal wieder stehen und bedient sich lieber aus meiner Brotdose, in der u.a. auch noch eines der letzten Ostereier einen Platz gefunden hat.



Um 14 Uhr brechen wir zur Kita auf, um die Geschwisterkinder abzuholen. Heute steht für sie der Schwimmkurs auf dem Programm. Die beiden haben derzeit einmal wöchentlich viel Spaß im Seepferdchenkurs. Zum Glück gibt es dort auch eine Spielecke, in der die Kleinste und ich die 45 Minuten gut verbringen können.



Wieder zuhause hole ich die Post aus dem Briefkasten. Heute gibt es eine schöne Überraschung: Ich habe beim Verlag C.H.Beck ein Rezensionsexemplar gewonnen. Die Rezension des Romans folgt dann demnächst hier. Nicht nur die Post, auch die Biokiste ist in der Zwischenzeit gekommen. Salat, Blumenkohl, Möhren, Äpfel, Pastinaken und Co. finden ihren Platz in Küche und Kühlschrank.



Nach einem kleinen Päuschen mit Kaffee und Milch spielen die Kinder noch eine Weile im Garten. Die Kaiserkrone macht mir gerade besondere Freude. Vor ein paar Jahren schon haben wir mehrere Exemplare gepflanzt. In diesem Jahr gibt es zum ersten Mal eine Blüte. Damit hätte ich schon kaum noch gerechnet. Noch eine Runde Fußball und Sandkasten, dann mache ich mich allmählich an die Vorbereitung des Abendessens. Das Weihnachtsmädchen gesellt sich zu mir und hilft mir bei der Vorbereitung eines Salats. Inzwischen ist nun Ruhe im Haus eingekehrt. Zeit, die Mitteilung über den Baubeginn an das Bauamt zu schicken. Und vielleicht mal in mein neues Buch zu schauen...



Sonntag, 4. März 2018

Aus den "Ochsenwochen" (Samstagskaffee #112)

In den letzten Wochen war es hier auf dem Blog verhältnismäßig ruhig. "Ochsenwochen" (Oxveckor) nennt man in Schweden diese erste Zeit des Jahres, habe ich mal gelesen. Vermutlich kommt der Ausdruck daher, dass die Bauern früher in diesen Wochen besonders hart arbeiten mussten, ohne Unterbrechung von Feiertagen. Ungefähr so fühlte es sich bei mir in den letzten Monaten an. Wie es dazu kam? Ich erzähle es euch heute mal bei einem Samstagskaffee.
Als im vergangenen Jahr unser drittes Kind zur Welt kam, wollte ich eigentlich erstmal für einige Monate wieder in Elternzeit gehen. Dann entschied sich meine Elternzeit-Vertretung, die Stelle zu wechseln. Das ist nicht zum ersten Mal passiert und es sorgte immer dafür, dass der Wiedereinstieg für mich etwas schwerer war als geplant. Ist ja auch klar, jede Person füllt einen Arbeitsplatz anders aus und mit jedem Wechsel gibt es immer etwas Reibungsverluste. Ich hatte jedenfalls keine große Lust, wieder auf eine solche Situation zuzusteuern und habe daher mit meinem Mann gemeinsam überlegt, ob wir meinem Arbeitgeber etwas anbieten können. Letztendlich bin ich dann direkt wieder zurück in den Job gegangen, wenn auch nur mit einem Stellenumfang von 25 Prozent. Zudem war vereinbart, dass ich einen Aufgabenbereich übernehme, der nicht mit vielen Außenterminen verbunden und auch mal im Homeoffice zu erledigen war. Meine Tochter habe ich an Bürotagen mitgenommen. Das ging deutlich besser als erwartet. Sie spielte meist zufrieden neben meinem Schreibtisch auf ihrer Krabbeldecke. Wäre ich somit nicht bereits wieder in der Arbeitswelt angekommen, hätte ich im Herbst diese Stellenausschreibung vermutlich gar nicht gesehen oder nicht darauf reagiert. 
Gesucht wurde eine wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Uni, in einem Forschungsprojekt, das inhaltlich nah an meiner bisherigen Tätigkeit lag. Mich ließ die Idee nicht mehr los, mich vielleicht dort zu bewerben. Es sprach manches dafür: Meinen bisherigen Job mache ich seit über 10 Jahren. Es gibt dort keine Aufstiegsmöglichkeiten mehr. Die Weiterentwicklungsmöglichkeiten waren begrenzt. Forschung macht mir Spaß und kam bislang zu kurz. Zudem enthält die Stelle die Möglichkeit zur Promotion, was mich ebenfalls schon länger reizt. Allerdings gab es auch einiges, was dagegen sprach. Ich würde einen unbefristeten Arbeitsvertrag für einen befristeten aufgeben. Mein Arbeitsumfang würde sich von 25 auf 65 Prozent erhöhen, was mit der familiären Situation vereinbar bleiben musste. Die Fortführung des Arrangements, mit dem Kind an meiner Seite zu arbeiten, wäre fraglich. Dennoch: Ich wurde das Gefühl nicht los, dass ich mich noch oft fragen würde, ob ich mich nicht hätte bewerben sollen, wenn ich es nicht täte. Nach ein paar Gesprächen mit meinem Liebsten und meinem potentiellen zukünftigen Arbeitgeber entschied ich mich, meine Bewerbungsunterlagen einzureichen. Der Rest ist schnell erzählt: Ich wurde zum Vorstellungsgespräch eingeladen, bekam den Job und sagte zu.
Soweit, so gut, doch aufgrund der langen Beschäftigungsdauer in meinem letzten Job war meine Kündigungsfrist recht lang. Wir einigten uns auf einen Aufhebungsvertrag. Dennoch war klar, dass beide Arbeitsverträge im Januar und Februar eine Zeitlang parallel laufen würden. Nun, habt ihr mitgerechnet? 25 + 65 Prozent, das ergibt annähernd eine Vollzeitstelle, verteilt auf zwei Arbeitgeber und das mit einem Baby an Bord. Zudem gibt es ja auch noch zwei weitere Kinder im Kindergartenalter hier, einen Mann, einen Haushalt. Die Rechnung konnte nicht aufgehen. Das habe ich allen Beteiligten gegenüber transparent gemacht. Von beiden Arbeitgebern gab es dieselbe Reaktion: Wenn ich es mir zutrauen würde, wäre es für sie in Ordnung. Auch, wenn ich dann vermutlich Minusstunden machen würde. Und so lief es dann in diesen ersten Wochen des Jahres. Ein großer Verdienst kommt dabei unserer Jüngsten zu, die mich so zufrieden immer wieder an jeden Arbeitsplatz begleitet, solange nur eine Krabbeldecke, etwas Spielzeug, Essen, Trinken und Wickelsachen für sie dabei sind. Aber mal ehrlich: Hätte man einem Mann ein solches Arrangement auch vorgeschlagen? Ich bin mir da unsicher. 

Die Tage waren also entsprechend gefüllt. Hinzu kam auf der privaten Ebene, dass eine schwere Krankheit im nahen Umfeld uns alle sehr beschäftigt hat, insbesondere emotional. Und dann gibt es da ja auch noch ein Bauprojekt. Aber: Allmählich dreht sich der Wind. Der Krebs hat auch in dieser Runde nicht gewonnen. Die Baugenehmigung erwarten wir in der nächsten Zeit. Mein alter Arbeitsvertrag ist nun beendet und mein Stundenkonto stand zumindest dort zum Schluss sogar leicht im Plus. Die Entscheidung für die neue Stelle fühlt sich immer noch ganz richtig an. Die größeren Kinder und auch mein Mann finden es ganz normal und richtig, dass ich bereits wieder arbeite. Meine Schwiegereltern sind zum Glück oft bereit und in der Lage, uns zu unterstützen, wenn es hilfreich ist. Und die Kleinste hat sich ohnehin als mein bestes Teammitglied herausgestellt. Manchmal denke ich schon fast wehmütig daran, dass unsere gemeinsamen Bürovormittage nun schon gezählt sind, bis sie in der Kita startet. Nun freue ich mich aber erstmal, dass ein Ende der "Ochsenwochen" in Sicht ist.  Irgendwie passt es, dass ich an diesem Wochenende auch das erste Mal das Gefühl hatte, dass nun endlich der Frühling kommt. Geht es euch auch so?

Sonntag, 1. Oktober 2017

Skulptur Projekte 2017 (Samstagskaffee #103)

Das war knapp. Gerade noch rechtzeitig vor dem heutigen Ende der Ausstellung "Skulptur Projekte 2017" habe ich gestern die Gelegenheit gehabt, an einer Führung teilzunehmen. Natürlich war mir das ein oder andere Kunstprojekt bereits in den vergangenen Wochen im Stadtbild aufgefallen. Auch auf dem Steg im Hafen konnte ich schon durchs Wasser waten. (Und, fast noch interessanter: die Gäste beobachten, die sich für das perfekte Selfie dem Rand des Stegs manchmal auch etwas zu weit näherten. Wieviele Handys nach der Ausstellung jetzt wohl im Hafenbecken liegen?) Doch um so richtig gezielt mal das ein oder andere Projekt in Augenschein zu nehmen, war die gestrige Führung gerade richtig. Leider spielte das Wetter nicht mit. Starker Regen und kräftiger Wind sorgten dafür, dass wir uns überwiegend die Kunstwerke ansahen, bei denen man sich irgendwo unterstellen konnte und zwischendurch ein Samstagskaffee im Warmen nötig wurde.
Unsere Führerin zeigte uns u.a. eine Unterführung, die ich vorher noch nie betreten hatte. Dort hingen Kronleuchter, in denen kleine Teelichter LED-Lampen mit Energie versorgten. Am Landesmuseum schien ein großer LKW gerade dabei zu dienen, ein großes Kunstwerk abzutransportieren. Er wies damit auf die Macht hin, den öffentlichen Raum zu gestalten. In der Elephant Lounge, einer Diskothek, lief eine interessante Videoinstallation, in der sich die Künstler mit dem Phänomen des deutschen Schlagers auseinandersetzten. Mein Favorit aber war Koki Tanakas Projekt. Der Künstler beschäftigt sich mit der Gemeinschaften, die temporär in Krisenzeiten entstehen, z.B. in Notunterkünften oder Bunkern. Er bat acht Menschen aus Münster mit ganz unterschiedlichen kulturellen, sozialen und religiösen Hintergründen, für zehn Tage an Workshops teilzunehmen und in diesem Rahmen z.B. gemeinsam in einer Turnhalle zu übernachten oder Essen zuzubereiten, das in Kriegszeiten mit entsprechend begrenzten Ressourcen möglich war. Die dabei entstanden Filme, die Alltagsgegenstände aus den Workshops und seine Notizen sind Bestandteile der Installation, die ich mir gut auch noch länger hätte ansehen können.
Ansonsten war das Wochenende mit viel Arbeit gefüllt. Die Redaktion einer Fachzeitschrift, bei der ich tätig bin, traf sich von Freitagabend bis Sonntagmittag zu einer intensiven Konferenz. Die Führung war eine willkommene Unterbrechung der text- und sprachlastigen Arbeit. Was bei anderen an diesem Wochenende los war, schaue ich mir jetzt bei Andreas Samstagsplausch an.

Samstag, 9. September 2017

Finnische Wolle und ein Samstagskaffee (#102)

Ist tatsächlich schon wieder Samstag und somit Zeit für einen Samstagsplausch? Diese Woche verging wie im Flug. Seit Montag gilt es, Baby, Kindergarten, Haushalt und Teilzeitstelle gut unter einen Hut zu bekommen. Im Büro wurde es direkt recht spannend, denn es erreichte uns eine Anfrage für ein Fernsehinterview. Im Kindergarten begleitete mich das entspannte Baby zu einem langen Elternabend, den es größtenteils schlafend auf meinen Beinen verbrachte. Für die größeren beiden starteten die Musikschule und das Kinderturnen. Der Liebste war die ganze Woche intensiv mit der Vorbereitung auf die letzte Prüfung zum Jagdschein beschäftigt, die er gestern erfolgreich absolviert hat. Angefangen hatte er damit vor der Geburt unseres ersten Kindes, vor etwa fünf Jahren. Da fand ein richtiges Langzeitprojekt jetzt einen positiven Abschluss. Heute drehte sich dann alles um die anstehende Taufe unseres jüngsten Familienmitglieds. Am Vormittag war unser Pfarrer bei uns zu Gast. Allerdings sprachen wir nur eher kurz über die Taufvorbereitung. Den Großteil der Zeit spielte er mit den beiden Geschwistern unseres Täuflings. Bei dritten Kind in einer Familie läuft es in vielen Themengebieten eben schon recht entspannt. Am Nachmittag haben die zwei mir dann geholfen, die Einladungskarten zu diesem Fest zu basteln und zu verschicken. 
...und wenn sie nachher im Bett sind, freue ich mich darauf, ein neues Projekt in Angriff zu nehmen: eine gehäkelte "Kalevala-Decke". Die Kalevala ist das finnische Nationalepos. Es umfasst 50 Gesänge, die von Elias Lönnrot zusammengefasst wurden. In diesem Jahr feiert Finnland seine 100-jährige Unabhängigkeit. Aus diesem Anlass haben mehrere Designer gemeinsam eine Decke entworfen, die auf der Kalevala-Mythologie basiert. Sie besteht aus insgesamt 24 Quadraten, deren Muster jeweils von Figuren und Geschichten der Kalevala inspiriert sind. Die Anleitungen werden derzeit Stück für Stück im Rahmen eines "Crochet Along (CAL)" veröffentlicht. 
Im Jahr 2001 habe ich einige Monate lang in Finnland studiert, in der Universitätsstadt Kuopio, im Osten des Landes. Damals habe ich mir diese blaue, englischsprachige Ausgabe zugelegt. Beim Schmökern heute war ich überrascht, wie intensiv ich mich offensichtlich damals mit dem Werk beschäftigt habe. Es findet sich jedenfalls die ein oder andere Bleistiftmarkierung darin. Die deutschsprachige Ausgabe, in der leider gar keine Jahresangabe steht, hat mein Vater später bei einem antiquarischen Bücherflohmarkt für mich erstanden. Nach längerem Überlegen habe ich mich entschieden, die Quadrate für meine Decke einfarbig zu häkeln. Die Wolle dafür habe ich in Finnland bestellt. Das ist bei den hohen Versandkosten natürlich ein wenig verrückt, war es mir aber wert. Ich freue mich schon richtig darauf, mich jetzt noch mal auf ganz anderem Weg diesem großartigen Stück Literatur- und Kulturgeschichte zu nähern. 

Sonntag, 27. August 2017

Sommerferienende (Samstagskaffee #100)

"Hoch die Hände, Wochenende!" ...oder, um es mit unserem Sonntagsjungen zu sagen, der sich diesen Spruch anfangs nur so ungefähr gemerkt hat: "Hände hoch! Es ist Freitag!" Es ist ein sommerliches Wochenende, so dass wir das Kaffeetrinken und Kuchenessen anlässlich des Geburtstags meiner Stiefmutter nach draußen auf die Terrasse verlegen. 
Die letzte Ferienwoche neigt sich dem Ende entgegen. Für mich gab es in dieser Woche schon mal wieder einen Besuch im Büro, zum ersten Mal nach der Geburt. Gemeinsam mit Freunden und Familie haben wir am Mittwoch zudem eine wundervolle Floßfahrt unternommen. Einen weiteren Vormittag haben der Liebste und ich in der Kita damit zugebracht, uns an der alljährlichen, großen Sommerputzaktion zu beteiligen, bei der wir Eltern die Einrichtung einmal komplett einer gründlichen Reinigung unterziehen. Auch in Sachen Hausbau sind wir wieder ein wenig weitergekommen. Unsere größeren Kinder haben in dieser Woche nochmal zwei Tage bei meinen Schwiegereltern verbracht. Gestern habe ich sie gut gelaunt wieder abgeholt. Am heutigen Sonntag gönnen wir uns noch einen schönen, gemeinsamen Ausflug und sehen uns auf einer Freilichtbühne gemeinsam das Stück "Michel in der Suppenschüssel an". Na klar, Nachwirkungen des Schweden-Urlaubs. Für die kommende Woche müssen wir dann allmählich auch alles für den Kindergarten vorbereiten, Wechselwäsche, Kuschelkissen, Matschsachen etc. bereit legen. Am Dienstag geht der Alltag wieder los...

Vorher schaue ich jetzt schnell noch beim Samstagsplausch vorbei. Habt einen schönen Sonntag!

Sonntag, 30. Juli 2017

"Don't worry, be Mami" [Rezension]

Seit ein paar Tagen ist es klar: Ich werde nach dem Mutterschutz direkt wieder anfangen zu arbeiten, Teilzeit in der Elternzeit. Der ursprüngliche Plan war das zwar nicht, aber unter veränderten Umständen - insbesondere bei meinem Arbeitgeber - ist eine hoffentlich gute Entscheidung. Die viel zitierte Vereinbarkeit von Familie und Beruf bringt allerdings auch gleich einen Haufen neue Fragen mit sich: Welche Auswirkungen hat das auf mein Elterngeld bzw. was steckt hinter dem "Elterngeld plus", das ich nun beantragen werde? Welche Folgen hat es für meinen Arbeitsvertrag oder auch für unseren Anspruch auf eine Kinderbetreuung? Wie gehe ich mit Stillzeiten während der Arbeitszeit um? Praktisch, wenn da gerade zeitgleich das passende Rezensionsexemplar für diese Lebenslage ins Haus geflattert kommt. 
"Don't worry, be Mami" von Sandra Runge ist laut Verlagsangabe "das juristische Standardwerk zu Schwangerschaft, Geburt und Elternsein". Doch wer meint, hier sei ein eher trockenes Nachschlagewerk zu wesentlichen Rechtsfragen entstanden, der irrt. Die bunten Buchstaben auf dem Cover, die an Kinderzeichnungen erinnern, geben einen entscheidenden Hinweis: Hier hat es jemand geschafft, juristisches Wissen leicht lesenswert in eine flotte, mitunter recht lustige Geschichte zu verpacken.
Die Protagonistin dieser Geschichte erlebt direkt zu Beginn den Super-GAU: Am ersten Tag ihrer Elternzeit erscheint sie im Büro, um sich dort ganz überraschend nur noch ihre Kündigung abzuholen. Nach einem entsprechenden Rechtsstreit und dem Neubeginn bei einem anderen Arbeitgeber wird sie erneut schwanger. Und wieder tauchen rechtliche Fragen auf: Wann sage ich es meiner Chefin? Welche Auswirkungen hat es für die Gestaltung meines Arbeitsplatzes? Im geburtsvorbereitenden Yoga-Kurs trifft sie dann auf einen wahren Fundus an menschlichen wie rechtlichen Herausforderungen. Zugegebenermaßen wirkt die Geschichte hier manchmal wirklich etwas konstruiert. Als Leserin habe ich das aber gerne in Kauf genommen, weil zugleich anhand der Schicksale der verschiedenen Frauen immer neue, rechtliche Fragen aufgeworfen werden: Welchen Nachnamen bekommt das Kind, wenn die Eltern nicht verheiratet sind? Wer bekommt das Sorgerecht nach einer Trennung? Die Antworten auf diese und andere Probleme sind immer wieder direkt mit der Geschichte verwoben, teils auch unter Nennung der entsprechenden Paragraphen oder Gesetzestexte. Die rechtlichen Hinweise sind graphisch abgesetzt, aber auch über das Stichwortverzeichnis im Anhang leicht gezielt zu finden. Dort finden sich zudem noch hilfreiche Mustertexte und Checklisten.
Die Autorin Sandra Runge ist Rechtsanwältin und selbst Mutter von zwei Kindern. Sie lebt mit ihrer Familie in Berlin. Als "smart Mama" bloggt sie seit einiger Zeit zum Thema Elternrechte. Ihr Ratgeber ist quasi als "Buch zum Blog" entstanden und bei blanvalet erschienen. In Berlin hat sie zudem Deutschlands erste Kita mit Coworking-Space gegründet - eine fantastische Idee für Selbständige und Freiberufler, wie ich finde!
Ich habe jedenfalls definitiv eine neue Geschenkidee für die nächste werdende Mutter in meinem Freundeskreis bekommen. Man liest eine kurzweilige Geschichte und macht sich zugleich fit in allen rechtlichen Fragen rund ums Kinderkriegen - eine gute Kombination! Ach ja, und für einen Yoga-Rückbildungskurs habe ich mich jetzt auch angemeldet.